Wohin mit dem Laub?

Nach dem herbstlichen Farbenrausch folgt im Garten die Arbeit, wenn das bunte Laub auf dem Boden liegt. In kurzer Zeit bedecken dicke Laubschichten Rasen und Beete und werden auf Terrasse und Wegen schnell zum rutschigen Ärgernis. Jedes Jahr stellt sich die gleiche Frage: Wohin mit den Laubbergen? Was so schön aussieht, kann für Gärtner viel Arbeit bedeuten.

Am besten entsorgt man Laub in die Biotonne oder auf dem eigenen Komposthaufen. Laub darf keinesfalls auf die Straße oder in den Gulli gekehrt werden. Alles bei der Reinigung anfallende Material muss entfernt werden. Wer keine Möglichkeit zum Kompostieren hat, kann die welken Blätter auch in städtischen Kompostcontainern entsorgen.

Den Rasen frei machen

Im eigenen Garten muss das Laub vor allem vom Rasen entfernt werden. Nässe und Lichtmangel würden den Winter über sonst zu Fäulnis und gelben Flecken führen. Wer es gleich auf seine Beete recht, hat weniger Arbeit. Die Laubschicht schützt den Boden vor Austrocknung und Kälte und versorgt ihn mit organischer Substanz.

Sinnvoll ist auch dem Rhododendron im Herbst eine Extra-Portion Laub zu spendieren. Jörg Lonsdorf, Gärtnermeister und Gartenenthusiast aus Bonn, meint dazu: „Laub eignet sich wunderbar, um es Rhododendren in den Wurzelbereich zu geben. Das Laub kann ordentlich dick drauf. 40 Zentimeter ist gar kein Problem.“ Im Laufe des Frühjahrs ist die Laubschicht dann auf zehn Zentimeter zusammen gefallen.

Wer keine Lust hat das ganze Laub zusammenzurechen, kann seinen Rasenmäher benutzen - mit oder ohne Fangkorb. Das ist nicht so anstrengend und hat auch sonst seine Vorteile, wie Jörg Lonsdorf weiß: „Dieses wunderbar zerkleinerte Material kann man verwenden, um es auf Beete zu streuen oder eine Laubkompost draus zu machen, und der Vorteil ist, dass es durch die Zerkleinerung auch schneller verrottet als unzerkleinert.“

 

Laubkompost zum Düngen

Laub kann auch zu einem Laubkompost aufgesetzt werden. Wer genügend Platz hat, schüttet die Blätter gemischt mit Rasenschnitt einfach auf einen Haufen. Ergänzt um stickstoffreiche Gartenabfälle ergibt das einen wertvollen Mulch.

Wer weniger Platz im Garten hat, kauft sich im Baumarkt ein paar Meter Maschendraht von der Rolle und verbindet Anfang und Ende mit einem Stück Blumendraht. So entstehen mit wenig Aufwand geräumige Drahtkörbe, die im Garten aufgestellt werden und als Laubspeicher dienen. Durch das Gewicht und die langsame Verrottung sackt die Füllung langsam ab, so dass bald nach der ersten Füllung wieder Platz für neue Blätter ist. Die Rotte im Laubbehälter beschleunigt man, indem man das Laub mit etwas Rasenschnitt und Häckselgut mischt. Die frischen Gräser enthalten viel Stickstoff, so dass die Mikroorganismen sich gut vermehren können und das nährstoffarme Herbstlaub schneller zersetzen.

Laub als Isolierschicht

Weil Laub ausgezeichnet isoliert, eignet es sich auch gut, um Wurzeln oder Triebe vor Frost zu schützen. Entweder streut man Laub einfach über kleine, empfindliche Pflanzen. Oder man setzt einen selbstgebauten, mobilen Laubkorb aus Maschendraht bei größeren zu schützenden Pflanzen ein. Stülpen Sie einfach den Laubkorb über die Pflanzen oder Sträucher und füllen Sie ihn anschließend mit trockenen Blättern. Das ergibt einen hervorragenden Winterschutz. Im Frühjahr muss man den Laubkorb allerdings rechtzeitig wieder entfernen.

Gartenenthusiast Jörg Lonsdorf ist vom „Alleskönner Laub“ überzeugt: „Laub im Garten ist etwas sehr wertvolles, denn es schützt den Boden vor Witterungseinflüssen, vor Austrocknung, vor Kälte. Der Boden friert nicht so stark durch und die organische Substanz, die man da einbringt, fördert auch noch das Bodenleben. Mit Laub tut man dem Boden und den Pflanzen also immer etwas Gutes.“

Laubhaufen sind kleine Biotope

Ein paar Laubhaufen im Garten sind auch gut für die Tierwelt. In ihnen finden Igel und andere nützliche Kleintiere einen Unterschlupf. Dafür sollte der Blätterhaufen mit etwas Reisig aufgelockert werden.

Autor: Martin Riebe

 

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