Alle Arbeiten im Herbst

Im September und Oktober sollte der Hobbygärtner seinen Garten langsam schon auf die kalte Jahreszeit vorbereiten. Aber nicht nur das: Der Herbst ist eine klassische Pflanzzeit und auch jetzt lässt sich noch jede Menge Farbe in den Garten zaubern, denn auch diese Jahreszeit hat viel Blühendes zu bieten.

Bei der Gartenplanung aber wird der Herbst nicht selten vergessen, da können jetzt Versäumnisse nachgeholt werden. Und damit der nächste Frühling im Garten auch rechtzeitig erwacht, müssen jetzt Blumenzwiebeln in die Erde. Es gibt also genug zu tun an einem warmen Herbst-Tag.

Stauden pflanzen und teilen:

  • Ein schöner Herbsttag ist gerade für Staudenfans ideal, um noch mal in den Beeten zu buddeln: Die Lücken können mit Herbstblühern wie Japanischen Anemonen, Enzian, Chrysanthemen, Astern oder winterharten Alpenveilchen gefüllt werden
  • aber auch alle anderen Stauden - auch wenn sie jetzt nicht mehr so attraktiv aussehen – können neu gepflanzt werden. Die Stauden wurzeln über den Winter gut ein und treiben im Frühjahr dann umso kräftiger aus.
  • Aus eins mach zwei: Zum Teilen von zu üppig gewachsenen Stauden ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Die Staude vorsichtig mit Wurzelballen ausgraben und mit dem Spaten teilen; je nach Größe auch in mehrere Teile. Die geteilten Pflanzen an einem neuen Platz direkt wieder einpflanzen oder auch an den Nachbarn verschenken
  • Ein Staudenrückschnitt im Winter ist übrigens nicht unbedingt nötig. Gerade große Prachtstauden ruhig stehen lassen, sie bieten zum Beispiel mit ihren Früchten auch Nahrung für Vögel und sind mit Raureif überzogen auch ein hübscher Blickfang im winterlichen Garten. Im zeitigen Frühjahr sollten Sie die alten Triebe dann zurückschneiden

Rasenpflege:

Nach dem Sommer braucht der Rasen noch mal eine Stärkung speziell für den Winter:

  • eine Düngung mit Kalium. Das stärkt die Frosthärte der Graspflanzen.
  • Im Herbst wird der Rasen aber nicht vorher vertikutiert - also man reißt nicht die oberste Grasnarbe auf vor dem Düngen.
  • Achtung: Verwenden Sie nicht den Dünger vom Frühjahr. Der enthält Stickstoff, das fördert bekanntlich das Wachstum und das ist im Herbst nicht mehr erwünscht.
  • Kahle, löchrige Stellen können mit einer speziellen Nachsaatmischung ausgebessert werden
  • Gemäht werden muss weiterhin regelmäßig, bei milden Wetter wächst das Gras noch bis in den November hinein
  • Das Herbstlaub auf dem Rasen unbedingt entfernen, weil er sonst zuwenig Luft  und Licht bekommt und zu ersticken droht

Zwiebeln setzen:

Bis Ende Oktober kann auch der nächste Frühling im Garten vorbereitet werden; mit Blumenzwiebeln wie Tulpen, Narzissen, Hyazinthen oder Krokussen. Die Frühlingszwiebeln sind winterhart und brauchen die kalten Monate, um im Frühjahr zu blühen. Mit einem speziellen Zwiebelpflanzer können Sie sich die Arbeit erleichtern.

  • Das ist die Faustregel: Das Pflanzloch zweimal so tief ausheben wie die Zwiebel  hoch ist
  • Unten das Pflanzloch am besten mit etwas Sand auffüllen
  • Tulpen werden im Abstand von 10-15 Zentimetern gepflanzt, kleinere Zwiebeln kann man auch in kleinen Gruppen dichter pflanzen
  • die Zwiebeln kommen immer mit der Spitze nach oben in die Erde
  • wer Zwiebeln in speziellen Pflanzkörben in die Erde bringt, kann diese nach der Blüte mit dem Korb wieder aus der Erde herausholen, an einer trockenen Stelle lagern und dann im Herbst wieder einpflanzen. Der Vorteil: Die Zwiebeln können nicht beschädigt werden, etwa wenn das Beet umgegraben wird oder wenn andere Pflanzen neu ins Beet gepflanzt werden.
  • Kleine Frühlingsblüher wie Krokusse sehen auch hübsch auf einer Wiese aus. Stechen Sie vorsichtig eine Scholle aus dem Rasen aus, legen Blumenzwiebeln in das Loch und legen den Grassoden wieder darauf und treten ihn fest. Im kommenden Frühjahr wird es auf ihrer Wiese blühen.

Herbstblüher: Heide

Die bekanntesten Arten der Heidekrautgewächse sind die im Vorfrühling blühende Schnee- oder Winterheide (Erica), vor allem aber die ab Spätsommer blühende Herbst- oder Besenheide (Calluna vulgaris) oder die Grauheide. Immer größer geworden ist in den vergangenen Jahren die Farbpalette der Züchtungen von Erica und Calluna. Nicht nur im Gartenbeet, sondern auch in Kästen und Kübeln auf Terrasse und Balkon können Heidepflanzen von Herbst bis Frühling für viel Farbe sorgen. Und das sind die Heidekräuter für den Garten im Überblick: Lavendel- oder Rosmarinheide, Herbst- oder Besenheide, Schuppen- oder Maiglöckchenheide, Glanzheide, Baumheide, Grauheide, Purpurheide, Irische Heide, Schnee-oder Winterheide, Glocken- oder Moorheide, Cornwallheide.

So legen Sie ein Heidebeet an:

  • Der Standort sollte unbedingt sonnig sein
  • Bodenvorbereitung: Heidepflanzen mögen einen sauren, kalkarmen und durchlässigen  Boden; ähnlich wie Rhododendron. Deshalb zuerst immer etwas saure Rhododendron-Erde in den Boden einarbeiten
  • anschließend noch mit Sand den Boden auflockern
  • modellieren Sie nun das Beet mit einigen sanften Hügeln und Senken
  • stellen Sie dann alle Pflanzen und auch die Findlinge, Wurzeln etc. im Beet auf
  • die Heidepflanzen immer in so genannten Tuffs, das heißt: mehrere Pflanzen der gleichen Sorte in einer Gruppe pflanzen. So kann die Heide zu den erwünschten Blütenteppichen zusammen wachsen.
  • damit von Spätsommer bis Frühling etwas blüht, sollten Sie verschiedene Heidekräuter pflanzen: Besenheide und Grauheide etwa blühen von August bis November, Schnee- oder Winterheide dann von Dezember bis Mai
  • besonders lange blühen einige relativ neue Züchtungen: Garden-girls heißen sie. Ihre Knospen öffnen sich nicht vollständig und deshalb blühen sie besonders lange. Sie werden auch Knospenblüher genannt
  • interessanter wird das Heidebeet, wenn man einige wenige Gehölze als Einzelpflanzen und Gräser oder Stauden mit dazu pflanzt. Zum Beispiel: Ginster, Wacholder, Federborstengras oder eine kleine Kiefer. So kommt zusätzlich Höhe ins Beet und schafft Abwechslung
  • Rückschnitt: Was in der Natur die Heidschnucken erledigen, müssen Sie im Garten mit der Schere selber machen: Heidepflanzen benötigen einen Rückschnitt und zwar im Frühjahr: Schneiden Sie dann den gesamten verblühten Bereich weg

Obstbäume pflanzen:

Wer einen Apfel-, Pflaumen-, Kirsch-  oder Birnbaum neu pflanzen möchte, sollte sich im Herbst oder Winter in einer Baumschule umsehen. Verzichten Sie nicht auf fachmännische Beratung, denn die Auswahl an Sorten und Formen ist groß.

  • solange der Boden nicht tief gefroren ist, kann jederzeit gepflanzt werden.
  • entscheidend ist der Standort: sonnig muss er sein, sonst schmecken die Früchte nicht.
  • in der Anwachsphase braucht der junge Stamm (wenn es ein Hoch- oder Halbstamm ist) noch Halt an einem Pfahl, damit ihn der Wind nicht umlegt
  • das Pflanzloch sollten Sie besonders großzügig  ausheben – mindestens doppelt so breit und tief wie der Wurzelballen groß ist. Ein lockerer Untergrund ist enorm wichtig für ein gutes Anwachsen.
  • füllen Sie zuerst etwas Aushub wieder ins Pflanzloch ein
  • setzen dann das junge Bäumchen darauf
  • Achtung: Die Veredelungsstelle - also dort wo die veredelte Sorte mit der Wildform zusammen gewachsen ist - muss immer deutlich über dem Boden bleiben.
  • mischen Sie nun den restlichen Aushub mit organischem Dünger und guter Pflanzerde oder Kompost und geben ihn dazu.
  • dann den jungen Stamm mit einem festen Strick an den Pfahl binden.
  • nun kommt der Pflanzschnitt (je nach Form und Obstsorte muss hier anders vorgegangen werden; dazu am besten also beim Kauf einen Fachmann fragen), die Grundregel: einen Leittrieb, der gerade nach oben wächst, auswählen und um ein Drittel einkürzen
  • anschließend starke Seitentriebe auswählen und ebenfalls einkürzen

Herbstlaub kann nützlich sein:

Auf dem Rasen sollten Sie das Laub entfernen, die Beete aber müssen nicht restlos von Blättern befreit werden. Sie spenden Nährstoffe und dienen auch als Winterschutz vor großer Kälte. Seien Sie also nicht zu ordnungsliebend. Und auch für Tiere ist das herbstliche Laub nützlich. Würmer, Igel oder Kröten finden unter einem Laubhaufen Unterschlupf.

 

nach oben

Druckversion Druckversion | Sitemap
© kleingartenverein-koeln-bickendorf / Volker Dennebier / Garten 55